Historische Entwicklung der Barkultur Die Entstehung der heutigen Barkultur anhand von geschichtlichen Ereignissen, Errungenschaften und Gründungen  In Jahreszahlen seit Beginn unserer heutigen Zeitrechnung Vom Jahr 1605 bis zum Jahr 1797  1605 In Frankreich erhalten die Brüder des Mönchsordens St. Bruno im Grand Chartreuse Gebirge  nahe Grenoble vom Marschall Francois d’Estrées das Rezept für einen Kräuterlikör, dem Elixier  Végétal. Seit 1764 stellen die Brüder den Chartreuse Verte und seit 1838 den Chartreuse Jaune   her. 1608 Die irische Brennerei Bushmills erhält die erste offizielle Lizenz zur Whiskeyherstellung. Auf  der Flasche steht heute noch: Whiskey aus der ältesten Whiskeydestille der Welt. 1611 Jacques I., König von England, ruft eine ritterliche Vereinigung, der auch Whiskybrenner  angehören, ins Leben. Hieraus entsteht später der Kreis der „Big Five“, der 5 größten Destillen. Ihr  gehören heute an: Buchanann, Dewar, Logan-Mackie, Haig und Walker. Nennt sich DCL Gruppe  (Distillers Co. Ltd).  1620 Am 11. November legt die Mayflower mit den Pilgrem Fathers in Southampton Richtung  Amerika ab. Die Besiedlung Amerikas über die Gründerstädte Boston, New York (in den ersten  Jahren unter Holländern noch New Amsterdam genannt) und Philadelphia ist in vollem Gange.  Der Chevalier de la Croix Maron, der in der Nähe von Cognac lebt, findet im Weinkeller seines  Gutshauses La Brée ein altes Fass mit Weindestillat. Als er davon kostete war er überwältigt. Der  Cognac war geboren. Diese Story wird gerne von Franzosen erzählt, wenn es um die Entstehung  von Cognac geht. Doch leider können sie den Einfluss der Engländer, knapp 200 Jahre vorher, nicht  leugnen (siehe 1431). Cognac wird als „Eau-de-vie-de-Cognac“ erstmals 1726 mit seinem heutigen  Namen versehen.  1622 Peter Minneuit (* 1580,  1626), niederländischer Gouverneur der Kolonie Neu-Niederlande in  Amerika, gelingt es, mit einer Mischung aus Rum, Wasser, Ingwer und Salz, die Manhattan  Indianer zu berauschen. Er traktiert sie damit solange, bis sie ihm für umgerechnet 24 Dollar und  ein paar Glasperlen die Fluss-Insel des Hudson River verkaufen, auf der heute die teuersten  Appartements der Welt stehen: Manhattan. 1627 Robert Haig gründet seine Whiskyfirma. (Heute kommt aus der ältesten Scotch Destillerie  der Welt u. a. Dimple).  1634 Die Antilleninsel Curacao vor Venezuela wird von den Niederlanden in Besitz genommen. Die  Bitterorangen (Pomeranzen) die auf der Insel wachsen, werden zur Likörherstellung verwendet.  Curacao war und ist heute noch Lieferant und Namengeber für zahlreiche Orangenliköre wie Blue  Curacao, Curacao dry, ...   1640 Urkundliche Erwähnung eines Whiskeys aus einer Roggen- und Geneverbrennerei in Staten  Island, Nordamerika (in von Holländern eroberten Gebieten!).    1643 Die englische Obrigkeit um König Karl I. versucht den Whisky „ und jedes Pynt Aquavytie, das  im Land verkauft wird“, zu besteuern. Mit wenig Erfolg. Es wird noch mehr, dafür aber „schwarz“  gebrannt. 1654 Das erste Café wird in Marseille eröffnet. Entstanden durch den Einfluss der Türken. Sie  hatten das Getränk (türkisch Kahve ausgesprochen) und die passenden Räumlichkeiten dafür schon etwas kultiviert. In Italien als Caffe bekannt, in der arabischen Welt als qhawa, zog es nun durch  Frankreich. 1672 eröffnete dann das erste Kaffe in Paris. Knapp drei Jahrzehnte später, um 1716,  gab es über 300 Cafés in Paris.  1655 Bei der englischen Marine (Navy) wird die Rumsorte „Pussers“ erstmals getrunken. Die  Portionen wurden vom Zahlmeister (= Pusser) ausgeteilt. Bis 1970 gab es auf allen Schiffen der  Royal Navy täglich einen halben Pint davon als Tagesration.   1661 Auf dem Etikett der 73% Black Label Captain Morgan Flasche steht es geschrieben: Captain  Henry Morgan bringt uns diesen Rum der seit 1661 auf traditionelle Weise in Jamaika hergestellt  wird. Henry Morgan gründet die erste englische Kolonie auf Jamaika und wurde dort durch Charles  dem II. zum Gouverneur ernannt.  1663 Auf Barbados wird ein Vorgänger der Mount Gay Rumdestillerie erstmals urkundlich erwähnt.  Der Rumhandel nimmt zu.   1664 Lucas Bols brennt erstmals seinen Bols Genever. 1673 Das erste Kaffeehaus Deutschlands entsteht in Bremen, nahe dem Marktplatz. Es ist nur für  die Oberschicht zugänglich.  1680 Englische Weinkaufleute geben dem portugiesischen Rotwein Weindestillate hinzu, um ihn so für lange Transporte über Land und Meer nach England haltbar zu machen. 1703 gerät Portugal  unter englische Herrschaft. Der Weinhandel mit portugiesischem Wein wurde durch  Zollbegünstigungen für Händler sehr interessant. Aus diesem Grund tragen noch heute die meisten  renommierten Portweinhäuser englische Namen (Taylor, Cockburn, Delaforce).   1683 Die Türken werden vor Wien zurückgeschlagen. Die ersten Wiener Kaffeehäuser eröffnen  nach der türkischer Belagerung von 1683 bis 1699.  1685 Coow-Woow, angeblicher Vorgänger des „Manhattan Cocktails“, wird urkundlich erwähnt. (Siehe auch 1622) 1689 König Wilhelm III. von Oranien wird in England König und bringt aus seiner Heimat Holland  den Genever mit. Die Entwicklung des Gins nimmt seinen Lauf.   1694 Edward Russel, englischer Admiral der 6000 Mann starken Flotte seiner Majestät, lässt am  25. Oktober in einem Marmor-Becken in seinem prunkvollen romantischen Park, einen Punsch  anfertigen: 8 Fässer Rum, 8 Fässer Wasser, 80 Maß Zitronensaft aus 2500 Zitronen, 30 Zentner  Zucker, 10 Fässchen Malaga, 5 Pfund Zimt und Muskat. Das Fest damit dauerte eine Woche. (US  Version 1685. Französische Version 1599 nennt Nachnamen Kennel.) 1695 In Schiedam in Holland beginnt De Kuyper mit der Genever- und Likörherstellung. Heute ist  er der größte Likörproduzent der Welt. 1698 Der Mönch Dom Perignon (*1638, †1715)  arbeitete als Kellermeister  in einer  Benediktinerabtei bei Hautvillers und entdeckte mehrere Bereicherungen für den heute  weltberühmten Schaumwein aus der Champagne. Ihm gelang es, die Kohlensäure dauerhaft im  Wein zu lassen. Er führte die ersten ‘Vermählungen’  verschiedener Champagnerweine durch. Mit  Korken statt Hanf-Pfropfen und  dickwandigen Flaschen kam man nun öfters in den Genuss eines  „Champagners“. Im gleichen Jahr wird der Ratafia in Frankreich sehr gängig. Die Leute vermischen ihr selbst  gebranntes Eau-de-vie mit Traubensaft. Ratafia ist ein kreolisches Wort, das aus den alten  französischen Gebieten (Antillen, Reunion) kommt.  1707 Queen Anna, Herrscherin über die britische Insel von 1702 bis 1714, macht aus England und  Schottland Großbritannien und belegte alle ausländischen Spirituosen mit enormen Prohibitivzöllen.  Der Gin blieb abgabenfrei und startet in England seinen Erfolgszug. Die Blütezeit der „Gin Palaces“  beginnt. 1715 Die Weinbrennerei Martell wird in der Stadt Cognac gegründet. 1721 Erstes Kaffee in Berlin. Um diese Zeit gibt es bereits 500 Kaffeehäuser in London. Für die  Gäste steht in englischen Cafés eine Schachtel mit der Aufschrift „TIP“, die Abkürzung für: To  Insure Promptnes. 1724 Remy Martin beginnt ebenfalls in Cognac mit der Branntweinherstellung.  1726 Einige portugiesische Weinhändler gründen die Vereinigung der Oporto-Weinhändler, zur  gezielten Vermarktung ihres gerade in England sehr gefragten Weines. Englische Kaufleute reisen  nun immer öfter nach Oporto, um Wein zu kaufen.  1729 Das Haus Ruinart beginnt mit der Champagnerherstellung in Reims. Man nennt sich heute die älteste Champagnerkellerei der Welt. Mit den Erfahrungen von Dom Perignon (s.o.)  folgt 1743 die Kellerei Moet & Chandon. Sie ist heute weltweiter Marktführer. 1740 Am 4.8. befiehlt der Britische Admiral Vernon (1684-1757), Rum mit Wasser zu verdünnen.  Der Grog entsteht. Finsbury Gin startet in London.  1743 In Fachingen wird ein stilles Heilwasser ausgeschenkt, welches später als „Staatl. Fachingen“ bekannt wird. 1743 Das englische Parlament erlässt mit dem „Gin Act“ ein Gesetz gegen das übermäßige  Gintrinken, da durch schlechte Qualitäten, immer mehr Menschen ihr Leben verlieren. Gin, der  nicht von guter Qualität war, wurde deswegen oft gemischt. 1751 wurden dann sehr strenge  Qualitätskontrollen für Gin eingeführt. Der Gin-Genuss stieg von umgerechnet 2,5 Millionen Liter  im Jahr 1690, auf 25 Millionen Liter im Jahr 1729 (laut alten Aufzeichnungen).   In Holland wird 1743 vom Apotheker Petrus Boonekamp ein Bitter hergestellt.  1745 Das Drambuie-Rezept tauscht seinen Besitzer. Die Ultimative Schlacht der schottischen Clans  gegen die englische Armee, die zeitgleich in Frankreich kämpft. „Bonnie“- Prince Charles Edward  Stuart erhebt sich ohne Erfolg gegen die englische Krone. Er flüchtete mit Hilfe seines treuen  Gefolgsmann, Captain John Mac Kinnon auf die Insel of Sky. Diesem vermachte er aus Dank für die  Gefolgschaft das Rezept des Whiskylikörs mit Honig und Kräutern. Drambuie bedeutet: „ein  sättigender Trunk, oder das Getränk, das zufrieden macht = An Dram Buidheach“. Erst 1892  verlässt die Rezeptur die Insel, wird gleich registriert und seit 1906 von der Familie Mac Kinnon in  Edinburgh hergestellt. Nur ein Mac Kinnon pro Generation darf sich Hüter des Rezeptes nennen. 1750 Auf der kleinsten Insel der großen Antillen, Puerto Rico genannt, werden die ersten  Grapefruits geerntet. Ihren Namen haben die Früchte von dem Wort Grappe = Traube, da sie nicht  wie Orangen oder Zitronen einzeln wachsen, sondern wie Weintrauben dicht an dicht in Reben.  (Engl. Grapefruit= Pampelmuse)  Das Wort „Whiskey“ wird erstmals in ein Wörterbuch aufgenommen (Samuel Johnson). 1753 Auf Madeira beginnt man Wein und Branntwein für ein einheimisches Getränk zu vermischen.  1745 hatte der Engländer Francis Newton spürbare Verbesserungen und Methoden in den Weinbau auf Madeira gebracht. (Siehe 1445)  1755 Die Stifts-Krankenschwester Marie Brizard, 1714 in Bordeaux als Tochter eines Böttchers  geboren, bekommt von einem reisenden Seemann als Dank für gute Pflege, das Rezept eines Anis-  Elixiers geschenkt. Daraus stellte sie ihren ersten Likör her und gründete ein Unternehmen. Als sie  1801 starb, übernahm ihr Neffe Jean Baptiste Roger die Geschäfte.  1757 Die Weinkellerei Cinzano wird in Norditalien gegründet. 1758 Die Berentzen-Brennerei in Haselünne, Emsland, entsteht. 1759 Am 24. September startet in Dublin die Guinness Brauerei mit der Bierherstellung. Für 45 Pfund hat Guinness einen Pachtvertrag für 9000 Jahre abgeschlossen. 1760 Bommerlunder Aquavit wird in Holstein, in der ehemals dänischen Stadt Flensburg, erstmals  hergestellt. Ein verwundeter Reiter hinterließ aus Dank für gute Pflege das Rezept für den  Kümmelbrand an Peter Schwennesen, dem Wirt des „Krugs von Bommerlund“. 1911 übernahm die  Firma Dethleffsen Rezept und Marke.   1765 Der aus Cork, in Südirland stammende Richard Hennessy beginnt in Cognac mit der  Cognacproduktion. 1860 ist Hennessy das erste Haus, welches sich entschließt, den gefragten  Cognac nicht mehr in Fässern, sondern nur noch in Flaschen zu exportieren.  1769 Der Schotte Alexander Gordon baut in London die Gordon’s Gin Destillerie.   Pierre und Jean Get entwickeln in Frankreich ein Rezept für einen Likör auf Minze-Basis:  Peppermint Get oder „Get 27“. 1772 Der Engländer Thomas Osborne gründet das Sherryhaus Osborne in Andalusien. Der  schwarze Stier als Firmensymbol ist heute in aller Welt bekannt.  1773 Der Händler Antonio-Bernandino Carpano arbeitet in Turin an einem dunklen, bitteren  Weinaperitif. Er nennt es zusammen mit dem Erfinder d’Alessio „Vermouth“. Erstmals 1786 als  fertiges Produkt verkauft.  In Amerika gibt es 1773 die „Bostoner Teeparty“. Man lehnt sich gegen die hohen Steuern für Tee  und Melasse (zur Rumherstellung nötig) auf.  1775 Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg tobt bis 1783. Franzosen und Engländer, Nord- und  Südstaaten bekämpfen sich. Die Franzosen verlieren ihre Gebiete an die Engländer Louisiana fiel  schon um 1763 an die Spanier. 1776  Unabhängigkeitserklärung der neuen Kolonien Nordamerikas von England. Am 4. Juli 1776  erklärt John Adams die 13 Staaten Nordamerikas als befreit. Am 14. Juli 1776   stürmt das  französische Volk mit blau-weiß-roten Fahnen  die Bastille in Paris.  1780 Entstehung des Namens Cocktail, in Amerika während des Unabhängigkeits-Krieges. Man kann streiten ob nun in englisch oder französisch beeinflussten Gebieten. Bilden Sie sich ihre Meinung. Da gäbe es die Geschichte von: -„on the Cocks tail“ Drink für den Sieger von Hahnenkämpfen. Dem Besitzer des siegreichen  Hahnes wurden die Schwanzfedern des Unterlegenen überreicht. Auf den Sieg stieß man „On the  Cock’s tail“ an.   -„Vive le coq ´s tail“ Betsy Flanagans Drink in ihrer Taverne. Die Soldatenwitwe unterhielt   in  Elmsford, Yorktown, eine Gaststätte, in der überwiegend französische Offiziere verkehrten. Diese  Offiziere zogen die Wirtin liebend gerne mit einem Engländer auf, der in der Nachbarschaft Hühner  züchtete. Um dem Gerede über die Schwärmerei für diesen Engländer zu beenden, rupfte sie  dessen Hähnen die Schwanzfedern aus und servierte sie den Offizieren als Dekoration für ein  Getränk. Diese stießen mit den Worten „Vive le coq’s tail“ an. Diese Anekdote soll aus der Feder  des Autors James F. Cooper stammen. Cooper der auch „Der Lederstrumpf“ schrieb, soll 1821 in  seinem Buch „der Spion“ aus dem Jahr 1779 zitiert haben. Hier hatte die Wirtin Betsy Flanagan im  Unabhängigkeitskrieg einen „Bracer“ als kleine Stärkung für die  amerikanischen und deren  Unterstützern, den französischen Soldaten serviert. Der Nachbar der Taverne war ein Engländer,  der einen stolzen Hahn besaß. Dieser musste Federn lassen und alle stießen darauf mit „Vive le  cock’s tail!“ an.    -„Tochter Xoctl“ von dem mexikanischen König Axolotl VIII, deren Namen die amerikanischen  Soldaten der Südstaatenarmee nicht aussprechen konnten und ihn daher in Cocktail umwandelten.  Diese Tochter servierte bei Friedensverhandlungen, in einem kritischen Moment zwischen dem  König und dem General, einen Trunk, der die Verhandlungen positiv beeinflusste.   (Meine Meinung: Der Name der mexikanischen Königstochter, die auch mal Prinzessin Xochitl  genannt wird, befasst sich in Wahrheit mit Saft der aus Kakteen gewonnen wird und gehört damit  zu den Geschichten über Tequila) -Tochter Bessie 1779, für denjenigen, der dem Wirt seinen besten Kampfhahn wiederbringt, der  schon so viele Schaukämpfe gewonnen hatte. Die Tochter schüttete in Erwartung ihres zukünftigen  Gatten mehrere Zutaten in ein Glas. Die Gäste nannten diesen Aufregungs-Shake dann Cocktail.  (Meine Meinung: schlechte Abwandlung der Flanagan Story durch zuviel Weitererzählen) -Antoine Amedée Peychaud,  junger kreolischer Flüchtling aus Santo Domingo, besaß in New  Orleans an der Royal Street 437, einer Parallelstrasse zur Bourbon Street, eine Apotheke. Hier  machte  er sich 1795 nicht nur bei den Kranken einen Namen sondern auch bei seinen Freunden,  den ‘Adepeten’ (=Logenbrüder der Freimaurergesellschaft), die die heilenden Getränke Peychauds  liebten. Besonders mit einem Bitter nach Familienrezept (Brandy, Zucker und etliche Gewürze) war  die Apotheke sehr erfolgreich. Der Mix wurde nach einem Eierverkäufer Coquetier oder auch  Coqutel genannt. Daraus soll dann, über das Wort Coktié, der Name Cocktail entstanden sein.  Auch den Messbecher den Peychaud bei er Zubereitung seiner Mischungen benutzte, nannte man  Coquetier. Dieser sah aus wie ein von beiden Seiten geöffneter Eierbecher. Auch soll ein Weingetränk aus der Gegend um Bordeaux 1777 nach Amerika gebracht worden sein das sich „Coquetel“ nannte. (Meine Meinung: Der Peychaud-Bitter ist bekannt und New Orleans sind die eigentlichen Tatsachen  an dieser Story. Der Familienbitter ist wichtig für den Cocktail „Sazerac“, einem Klassiker aus New  Orleans. Das Wortspiel mit dem Eierverkäufer halte ich dagegen für unwahrscheinlich)  -Cock-tailings wurden in engl. beeinflussten Gebieten seit je her Reste in einem Spirituosenfass  genannt. Ebenso wurden auch die Reste aus verschiedenen Flaschen genannt, die Wirte kurz vor  der Speerstunde zu einem günstigen Rausschmeißer zusammengemischt haben sollen. - Cock-tailed horses: Ein hochgebundener oder gestutzter Schwanz eines Mischlings-Pferdes soll  so bezeichnet worden sein. -Cock-Ale, ein seit 1648 bekanntes englisches Bier in dem man einige Tage einen Sack mit  Gewürzen und einem gekochten Hahn ziehen ließ. Dazu gibt es eine zweite Version von einem  „cock-bread Ale“ einem Brot-Bier Gericht, das gerne zu Hahnenkämpfen gereicht worden sein soll.  - für alle französischen Geschichten spricht  das Wappentier der Franzosen:  ein Hahn. Der Hahn  ist schon seit der Gallierzeit (lat. Hahn = Gallus) für Wappen und Repräsentationszwecke  verwendet worden. Und wenn man sich das Verbandswappen unserer  DBU anschaut, entdeckt  man auch einen ganzen Hahn und nicht nur den Hahnenschwanz.   1783 Johann Jakob Schweppe (*1740) aus Hessen gelingt es in Genf kohlensäurehaltiges Wasser herzustellen. Schweppe erfindet das „Sodawasser“, das erste kohlensäurehaltige  Erfrischungsgetränk. Er startet 1793 in London mit der kommerziellen Sodafabrikation. Zu  Herstellung verwendet die Firma das weiße, bitter schmeckende Pulver, Chinin, das aus der  Chinarinde gewonnen wird. Chinin gilt als magenanregendes Bittermittel, das zur Schmerz- und  Fieberlinderung und besonders gegen Malaria gegeben wird. In Indien sehr oft gebraucht, tranken  die heimgekehrten Offiziere in London gerne ein Indian Tonic.   1897 kommen Ginger Ale und Tonic Water zur Produktpalette hinzu, 1957 Bitter Lemon. Ebenfalls  von 1783 stammen Eintragungen in einem Sittenwerk aus Amerika über „Cobblers, Cocktails und  Flips“ (1944 laut Conrad Rosenow, Barmeister  aus München).   1783 wird die Firma Herm. G. Dethleffsen in Flensburg gegründet.  1789 Reverend Elias Craig, Baptistenprediger in Lexington, USA, brennt nachweislich den ersten  Mais-Whiskey mit dem heute noch typischen Bourbongeschmack.   Im gleichen Jahr erhebt der gerade gewählte erste Präsident der USA, George Washington, die  erste Whiskeysteuer. Evan Williams aus Louisville brannte erstmals 1783 nach einer völlig  misslungenen Roggenernte, einen Whiskey aus Mais. Um 1800 stehen in Maryland, Pennsylvania,  Kentucky und im Gebiet der Herzogtümer der Bourbonen knapp 1000 Destillen.   1791 Tullamore Dew  Whiskey entsteht in Dublin. In Nordamerika plant Präsident George Washington die Anhebung der Steuern auf Whiskey. Diese  Pläne führen zur amerikanischen „Whiskey-Rebellion“, nach deren Niederschlagung viele Farmer  mit ihren Brennblasen nach Westen weiterziehen. 1793 Der Spanier Don Francisco de Arango y Parreno legte die ersten großen Zuckerrohrplantagen  auf Kuba an und ließ sie von Sklaven bearbeiten.  1795 Otard brennt erstmals Wein im Chateau von Cognac. Ein deutscher Einwanderer namens Böhm legte in den USA den Grundstein für die größte  Bourbonmarke der heutigen Zeit. Der Siedler Jakob Beam (1770-1834) kam von der Ostküste und  schuf in Frankfort, Kentucky, die Rezeptur für Jim Beam, die seit 1795 Bestand hat.  In Mexiko hebt der neue König Carlos IV das Brennverbot seines Vorgängers von 1758 auf. Er  erteilt Don Jose Maria de Cuervo die offizielle Genehmigung im Distrikt Tequila einen „vino mezcal  zu brennen und dafür eine Brennerei zu bauen. 1796 Der englische Kaufmann John Woodhouse gründet auf Sizilien ein Weinunternehmen. Schon  1773 beschließt er einen Likörwein herzustellen, der mit dem Sherry, Portwein und Madeira  mithalten kann. Dieser süße Marsalawein, benannt nach der Hafenstadt Marsala, wird bei der  gerade dort liegenden englischen Flotte, unter Admiral Nelson, schnell beliebt.   1797 Der Arzt Dr. Ordinaire flüchtete 1790 während der Revolution in die Schweiz. Hier entwickelte er 1792 ein Rezept für einen Kräuterlikör. Als er 1793 starb, vermachte er das Rezept seiner Haushälterin Madame Henriot, die es als Verdauungshilfe verkaufte. Einer ihrer Kunden war Major Henry Dubied. Dieser erwarb 1797 zusammen mit Henri-Louis Pernod die Rezeptur. 1798 entsteht dann in Couvet, Schweiz, der Absinth Pernod Fils. 1805 lässt sich das Haus Pernod in Pontardier, Frankreich, nieder. Pernod, aus Sternanis und Kräutern, wurde zur begehrtesten Spirituose des 19. Jahrhunderts in Paris und zum Mitbegründer der Fortsetzung: Von 1800 bis 1899